Manifest für den flexiblen Arbeitsstil

„Früher haben die Mitarbeiter Strategien exekutiert. Heute agieren sie selbst unternehmerisch. (…) Früher war erfolgreich, wer Informationen effizient verwaltete. Heute ist es, wer erklären und Wissen vermitteln kann.“

Früher war mehr Lametta? Über den Stil der verfassten „33 Regeln erfolgreicher digitaler Pioniere“ mag man schmunzeln, die Themen sprechen an, was sich in punkto Arbeit gerade in Veränderung befindet bzw. schon längst verändert hat.

Die Zusammenstellung stammt aus der Feder von Markus Albers (Autor von „Meconomy“, „Morgen komm ich später rein“) in Kooperation mit Microsoft. In Berlin stellten sie am Vortag zum 1. Mai, dem Tag der Arbeit, das „Manifest für ein neues Arbeiten“ vor, das für den Abschied von starren Büroarbeitszeit-Vorstellungen plädiert.

Die Verfasser des Manifest fordern:

  • ein Recht auf Arbeit, so wie wir sie wollen
  • ein Recht auf selbstbestimmte Freizeit
  • die Abschaffung von künstlichen Hierarchien
  • Strukturen, in denen wir vertrauensvoll, frei und produktiv kommunizieren können
  • Verantwortung für uns selbst und für unsere Arbeit

Es ist richtig: Mit heutigen – und künftigen – Technologien können Wissensarbeiter ihre Arbeit und Freizeit neu gestalten. Viele ergreifen die Chance, ihre Arbeit den individuellen Phasen erhöhter Produktivität anzupassen. Gerne auch ausserhalb der klassischen 9to5-Arbeitszeit. Als bekennende „Eule“ bin ich da mit dabei.

In der Praxis erlebe ich, es ist (noch) nicht jedem Menschen gegeben, diese Gestaltung tatsächlich anzunehmen.  Die Verwischung der Grenzen zwischen Privatleben und Arbeitstätigkeit empfinden viele als bedrohlich für die eigene Gesundheit. Kein Abschalten sei mehr möglich, noch mehr Stress als jetzt schon.

Gerne wird angenommen, Menschen mit flexibler Arbeitstätigkeit seien Workoholics, die keine Freizeit kennen. Dabei steht nirgends geschrieben dass jemand permanent erreichbar sein muss. Jedem sind Auszeiten gestattet. Wer gar nicht loslassen kann, sollte ernsthaft und selbstkritisch klären, woran das liegt.

Insofern sehe ich das Manifest als ein Plädoyer an Vorgesetzte und Kollegen, andere Formen der menschlichen Produktivität zuzulassen. Nicht jeder von uns ist für ein 9to5-Arbeiten gestrickt. Von der Technologie her gesehen ist es uns möglich, auch anders an die Bewältigung unseres Arbeitspensum heranzugehen. Wie steht ihr dazu?

Die Dokumente können hier heruntergeladen werden: Microsoft OneDrive „Neues Arbeiten“

Private Office vs. Grossraumbüro

„Overall, workers in private offices were the most satisfied with their workspace. Workers in open-plan offices expressed strong dissatisfaction with sound privacy, and this was even more so the case in open-plan offices with partitions. This is probably because visual screens make ambient noise harder to predict and feel less controllable.“

Quelle: The supposed benefits of open-plan offices do not outweigh the costs