Impressionen von der Cowork2014

Im Februar trafen Coworking Interessierte zur Cowork2014 in Wolfsburg zusammen. Hier speichere ich meine Fotos, um sie in einem Storify nutzen zu können.

Cowork2014

Cowork2014 Ablaufplan
Cowork2014 Ablaufplan
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Sessionplanung Cowork2014
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Aus der Session Schule für Selbständigkeit – Wirtschaftsförderung von unten

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aus Session Weiterbildung
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aus Session Weiterbildung
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aus Session Weiterbildung
cowork2014-doschu-weiterbildung-03
aus Session Weiterbildung
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Aus Vortrag von Prof. Dr. Reiner Schmidt
doschuh
Peter Schreck Session Neue Arbeits(t)räume
Session Neue Arbeits(t)räume Peter Schreck
Session Neue Arbeits(t)räume
cowork2014 Peter Schreck Session
Session Neue Arbeits(t)räume

cowork2014-schiller40-doschu
Empfang des Coworking Space Schiller40 in Wolfsburg

Coworking Space Schiller40 in Wolfsburg
Coworking Space Schiller40 in Wolfsburg

Fotos: DoSchu Creative Commons Lizenz by-nc-sa

Das Büro in der Handtasche

Smartphone Handy als mobiles Büro? Ende der 90er legte ich mein Nokia-Mobiltelefon neben meinen Palm Organizer und wünschte mir, sie würden sich verbünden. Aber da musste ich bis 2007 und auf Steve Jobs warten, der den Mobiltelefonmarkt durcheinander wirbelte.

Inzwischen ist das Smartphone in der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Im Februar stellte der Verband Bitkom eine repräsentative Studie vor: Smartphones werden zum mobilen Büro – Jeder fünfte Arbeitnehmer bekommt ein Smartphone vom Arbeitgeber gestellt. Und 40 Prozent der Arbeitnehmer nutzen zumindest gelegentlich ihr eigenes Gerät für die Arbeit.

Ende Februar legte der Verband dann mit Zahlen zur Tablet-Nutzung nach: Jeder vierte Deutsche über 14 Jahren nutzt einen Tablet Computer. Ein Jahr zuvor war dies noch jeder achte.

Beliebteste mobile Anwendungen fürs Business

Office-Apps sind auf beruflich genutzten Smartphones am weitesten verbreitet: Am häufigsten werden Programme zur Verwaltung von Kontakten verwendet.
Bitkom Studie
Hm. Da frag ich mich, ob Apps für ToDo-Listen, Notizen, Fotos, Social Networks oder Navigation nicht genannt wurden oder in der Befragung nicht enthalten waren.

Mobil und flexibel am Arbeitsplatz

Die leistungsfähigen technischen Begleiter stellen vielen Menschen eine neue Flexibilität bereit: Sie klappen ihren Laptop auf, wo sie wollen. Hauptsache sie sind erreichbar für Kunden oder Kollegen. Dazu gibt es einen Beitrag zu einer Blogparade zum Arbeitsplatz der Zukunft – Büro war gestern: Digitalien liegt überall

Foto: DoSchu; eigene Grafik mit Daten von Bitkom http://www.bitkom.org/78551_78547.aspx

Gutes Wetter für Coworking

„Coworking ist nur eine Nische.“ oder „Über kurz oder lang enden alle Coworking Spaces in Bürogemeinschaften…“ – kritische Einschätzungen zu Coworking gibt es – ganz besonders von aussen – viele.
screenshot deskmag.com
Gut wenn dann eine Studie zum bereits 4. Mal den Wasserstandsbericht und die Wetterprognose für Coworking in Europa ermittelt: Die Coworking Vorhersage 2014 von deskMag. Und darin lesen wir:

„60% aller bereits existierenden Coworking Spaces [planen] wieder neue Arbeitsräume für ihre Mitglieder.“

Denn offensichtlich gibt es jede Menge Interesse am neuen Arbeitsplatz-Konzept:

„7 von 10 Betreibern meinen, es gäbe weniger Coworking Spaces als benötigt würden. Die Nachfrage übersteigt weiter das Angebot.“

Entsprechend positiv fallen die Prognosen für 2014 aus:

„9 von 10 Coworking Spaces erwarten dieses Jahr steigende Mitgliederzahlen, fast jeder Vierte rechnet sogar mit einer deutlichen Steigerung.“

Mehr Auswahl bietet uns Coworkern die Option, unser Arbeitsumfeld und unsere „Kollegen“ so zu wählen, wie es uns gefällt, uns mehr Lebensqualität gibt und unseren Arbeitsstil unterstützt:

„War es vor zwei Jahren etwas mehr als jeder Zweite, so verabschieden sich dieses Jahr fast 9 von 10 Mitgliedern von ihrem Coworking Space innerhalb eines Jahres, wenn er ihnen nicht mehr gefällt. Die weiter wachsende Auswahl bietet ihnen zahlreiche Alternativen.“

Und wenn wir unser „Wohlfühl“-Arbeitsumfeld gefunden haben, sind wir treu:

„Wobei mehr Mitglieder in einem Coworking Spaces, anders als 2013, die Verweildauer deutlich erhöhen. Die Treue ist dabei im zweiten bis dritten Jahr der Mitgliedschaft wieder am höchsten ausgeprägt.“

Gute Aussichten also für Coworking-Space-Betreiber und uns Coworker! Als beruflich Reisende oder digitale Nomaden finden wir mehr Optionen, unterwegs in angenehmer und arbeitsamer Atmosphäre zu arbeiten. Und wenn der Spirit einer Location nicht gefällt, gibt es zunehmend passende Alternativen – ein Umzug in eine Bürogemeinschaft muss nicht ins Auge gefasst werden.

Am zweiten Februar-Wochenende kamen Coworking Interessierte zum Austausch nach Wolfsburg zur Cowork2014. Dazu mehr in einem nächsten Blogbeitrag.

Foto: Screenshot deskmag http://www.deskmag.com/de/die-coworking-vorhersage-2014-marktbericht-befragung-marktforschung (ebenso Zitate)

Personas (nicht nur) der Wunsch-Kunden

Illustration Personas

Für die Vorbereitung auf ein neues Business erstelle ich gerade Personas. So kann ich Informationen aus Statistiken, Befragungen und Erfahrungen als fiktive Personen visualisieren. Personen, die je nach ihrem Hintergrund individuelle Arbeitsgewohnheiten haben und damit verbunden spezifische Anforderungen stellen.

Das ist gar nicht so einfach und „kostet“ na klar Zeit. Ich bin jedoch nach diversen Web-Projekten zum Personas-Fan geworden. Wenn die Personen mal feststehen, ist es bei der Diskussion um neue „Features“ leichter, ihren Wert für die Kunden / Nutzer einzuschätzen, wenn sich rasch in die verschiedenen Stellvertreter hineinversetzt werden kann.

Fast wie im richtigen Leben

Zur Persona gehört neben den eng am eigenen Angebot orientierten Parameter genauso eine persönliche „Biographie“ dazu. Für die wahrscheinlichen Kunden beschreibe ich deren Familiensituation und welcher Lebensstil bevorzugt wird. Besonderes Augenmerk lege ich auch darauf, wie flexibel und mobil die jeweilige Person ihren Arbeitsstil pflegt. Verständlicherweise fließen einem Portraits der Wunschkunden leichter in den Computer. Ich nehme darüber hinaus Beschreibungen von fiktiven Menschen mit auf, die vielleicht Interesse zeigen könnten, aber nicht zum Angebot passen. Eine Herausforderung, die praktischerweise gleichzeitig hilft, die Angebotsleistung zu schärfen.

Tipp: Excel für die Sammlung…

Zunächst hielt ich die Beschreibungen zu jeder Persona in einer eigenen Textdatei fest. Dann merkte ich, das mir die anderen Profile für den Feinschliff fehlten. Also habe ich meine Lieblings-Anwendung Excel herausgezogen und dort meine Personas gesammelt. In den Spalten sortiere ich die einzelnen fiktiven Personen mit Vornamen, Altersangabe und Kurzbiographie ab, in den Zeilen jeweils die Charakteristik dieser Person zu den definierten Fragestellungen. Effekt: Ich sehe gleich, ob ich einen Parameter vergaß zu betrachten.

…Ausdruck mit Foto für besseres Visualisieren

Dann drucke ich die jeweils eine Personas-Spalte mit der Fragestellungen-Spalte aus. Auf den Ausdruck klebe ich ein aus Katalogen und Zeitschriften ausgeschnittenes Portrait zur Person auf. Damit kann ich mich besser an „Daria, Ulrich, Tim“ oder „Lydia“ erinnern. In der Diskussion ist es übrigens lustiger, wenn als Argument angeführt wird, „Johanna“ wird etwas total unwichtig oder besonders klasse finden. Besonders ist schneller klar, dass nicht meine Meinung relevant ist, sondern die der Kunden oder Nutzer.

Erkenntnis

Mein Learning: Es ist wesentlich leichter Personas für Menschen zu ersinnen, denen ich bereits im Berufsleben begegnete, oder denen ich Fragen gestellt habe. In einem Kundenprojekt war es wesentlich anstrengender sich in die gewünschte Zielgruppe, die ich nur am Rande kannte, hineinzuversetzen. Für das neue Projekt passt es perfekt zu meinen bisherigen beruflichen Stationen.

Vertiefung

Wer sich mehr zum Thema Personas informieren will – hier beschreibt der „Erfinder“ Alan Cooper, wie das Konzept der Personas als „Chuck, Cynthia und Rob“ das Licht der Welt erblickten..

(Foto: DoSchu)

Das fünfte Jahr Coworking Experience

Combinat56-PostcardHeute zum Jahresauftakt-Frühstück im Coworking Space combinat56 erinnerte ich mich wieder an den Besuch des Computerwoche-Redakteurs Tobias Wendehorst. Das war 2012. Er führte viele Interviews mit meinen „Kollegen“ – zu uns brachte ihn ein Trend:

(…) Das Institut für Freie Berufe Nürnberg bezifferte 2011 die Zahl der Freelancer deutschlandweit auf 1,143 Millionen – eine Verdopplung innerhalb der letzten 15 Jahre und damit ein riesiges Potenzial. Ein Teil davon arbeitet heute im Home Office. Der fehlende Austausch mit Kollegen und die schwierige Arbeitsmotivation im privaten Umfeld ist dabei aber für viele ein Problem. Coworking Spaces könnten hier Abhilfe schaffen.(…)

Quelle: Computerwoche: Raus aus dem Home Office, rein in den Coworking Space (2012)

Der damals verzeichnete Trend ist in den letzten Jahren in meinem beruflichen Netzwerk durchaus erlebbar. Es ist viel einfacher geworden, sich selbständig zu machen. Und besonders bei jungen Netzwerkkontakten ist die Angst davor kaum ein Thema.

Kollegen & Austausch
Selber bin ich nunmehr im fünften Jahr der neuerlichen Selbständigkeit (davor 3 Jahre Unterbrechung). Und mein im Interview zu dem Computerwoche-Artikel skizzierter Ansatz, die Arbeitszeit nicht (nur) im eigenen Büro sondern in einem Coworking Space zu verbringen, ist absolut der richtige Weg für mich.

Aus diesem Umfeld schöpfe ich die Kraft und auch die Unterstützung, etwas Neues anzufangen und wachsen zu lassen. Ideen zu hinterfragen und wohlwollend-kritisch beäugen zu lassen. Fragen stellen zu können. Geben und nehmen. Ich habe es mal das „gelebte Social Web“ bezeichnet, und so empfinde ich es heute noch immer.

Was ist Coworking
Da es einige Menschen gibt, denen Coworking (noch) nichts sagt, der Artikel in der Computerwoche (siehe Verlinkung oben) macht es aus verschiedenen Perspektiven recht anschaulich.

Weitere Tipps dazu:

-> Erklärfilm Was ist Coworking

-> betahaus Reportage von golem.de

-> Artikel zu Coworking in meinem beruflichen Blog DoSchu.Com

-> zum Ausprobieren Coworking Spaces in Deutschland

Let’s get back to work…

((Foto: DoSchu))

Cowork 2014 – 7.-9. Februar in Wolfsburg

cowork 2014 coworking Konferenz
Tipp für Coworking Interessierte und Aktive: Schiller 40, der Coworking Space der Stadt Wolfsburg, lädt zur Konferenz Cowork 2014 mit Barcamp-Elementen Anfang Februar nach Wolfsburg.

Für den Konferenzbeginn am Freitag sowie den Sonntag haben die Organisatoren ein Programm entwickelt. Der Samstag ist dann Barcamp zum Thema Coworking, das wir als Teilnehmer mit unseren Themen, Ideen und Fragestellungen gestalten.

Thematische Fixpunkte der Cowork 2014:

Ich bin schon sehr gespannt auf die Lesung zum Buch „New Business Order – Wie Start-ups Wirtschaft und Gesellschaft verändern“, die für den Freitagabend geplant ist.

Auf geht’s nach Wolfsburg zur Cowork 2014! Wer geht mit?

Digitale Zeiten, neue Arbeitswelten

Illustration DoSchu
Ein Interview mit dem Arbeitswissenschaftler Ulrich Klotz in der Computerwoche nimmt in den folgenden Passagen einen Blogbeitrag vorweg, den ich seit Tagen in Gedanken formuliere…

„Wir befinden uns in einer Übergangsphase, in der verschiedene Arbeitsformen und unterschiedliche Kulturen von Arbeit nebeneinander existieren.“ (Ulrich Klotz)

Mir ist klar, dass meine digitale Arbeitswelt nicht 100% auf andere passt oder zutrifft. Es erstaunt mich jedoch regelmäßig, warum andere diese meine Art zu arbeiten nicht wahrhaben möchten oder sie als absolute Ausnahme ansehen.

Viele Arbeitsformen verändern sich durch digitale Möglichkeiten – nicht zwingend alle. Die Frage ist, welche Modelle bald die Ausnahmen bilden.

„Seit dem Aufkommen der Computer in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts wird Arbeit wieder neu definiert: Immer mehr Menschen können überall und jederzeit arbeiten, (…). Arbeit bezeichnet wieder das, was man tut, und nicht das, wohin man geht.“ (Ulrich Klotz

Ich begrüsse die Möglichkeit zu vielfältigen Modellen und Varianten des Arbeitens. Es bietet die Perspektive, uns stärker an unseren jeweiligen persönlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten orientiert beruflich zu betätigen.

Da stecken wir als Wissensarbeiter aktuell noch in traditionellen Klemmen:

„Wissensarbeiter brauchen Strukturen, in denen sie ihr Know-how optimal mit dem anderer Spezialisten verbinden können. Tatsächlich arbeiten Wissensarbeiter aber in Organisationen, die noch vom hierarchischen Modell der Industrieära geprägt sind: Oben wird entschieden, unten wird ausgeführt. Wissen ist aber nicht hierarchisch strukturiert, sondern situationsabhängig relevant oder irrelevant.“ (Ulrich Klotz

Beispiele für andere Formen der Zusammenarbeit sind da, die eine von gegenseitiger Wertschätzung, Respekt und Toleranz geprägte Arbeitskultur aufzeigen. Sie haben es jedoch schwer, neben den dominierenden „innovationsfeindlichen Kommandostrukturen der Industriegesellschaft“ aufzublühen und Veränderungen herbeizuführen.

„In der neuen Gesellschaft wird nicht nur Arbeit neu definiert. Auch das Bild des Menschen wandelt sich. Wenn Menschen nicht mehr wie Maschinenteile arbeiten müssen, dann zählt das, was uns von Maschinen unterscheidet: Kreativität, Emotionen und Intuition.“ (Ulrich Klotz

So wie Social Media in der Entwicklung der Online-Technologie stärker den Mensch in den Fokus rückte, so geschieht dies auch als Mitarbeiter. Die Möglichkeiten sind da: Es liegt an uns sie zu ergreifen und auszugestalten.

Informationen zu Ulrich Klotz

Zitate aus Computerwoche: Arbeit ohne festen Arbeitsplatz

(Foto: DoSchu)