Digitale Zeiten, neue Arbeitswelten

Illustration DoSchu
Ein Interview mit dem Arbeitswissenschaftler Ulrich Klotz in der Computerwoche nimmt in den folgenden Passagen einen Blogbeitrag vorweg, den ich seit Tagen in Gedanken formuliere…

„Wir befinden uns in einer Übergangsphase, in der verschiedene Arbeitsformen und unterschiedliche Kulturen von Arbeit nebeneinander existieren.“ (Ulrich Klotz)

Mir ist klar, dass meine digitale Arbeitswelt nicht 100% auf andere passt oder zutrifft. Es erstaunt mich jedoch regelmäßig, warum andere diese meine Art zu arbeiten nicht wahrhaben möchten oder sie als absolute Ausnahme ansehen.

Viele Arbeitsformen verändern sich durch digitale Möglichkeiten – nicht zwingend alle. Die Frage ist, welche Modelle bald die Ausnahmen bilden.

„Seit dem Aufkommen der Computer in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts wird Arbeit wieder neu definiert: Immer mehr Menschen können überall und jederzeit arbeiten, (…). Arbeit bezeichnet wieder das, was man tut, und nicht das, wohin man geht.“ (Ulrich Klotz

Ich begrüsse die Möglichkeit zu vielfältigen Modellen und Varianten des Arbeitens. Es bietet die Perspektive, uns stärker an unseren jeweiligen persönlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten orientiert beruflich zu betätigen.

Da stecken wir als Wissensarbeiter aktuell noch in traditionellen Klemmen:

„Wissensarbeiter brauchen Strukturen, in denen sie ihr Know-how optimal mit dem anderer Spezialisten verbinden können. Tatsächlich arbeiten Wissensarbeiter aber in Organisationen, die noch vom hierarchischen Modell der Industrieära geprägt sind: Oben wird entschieden, unten wird ausgeführt. Wissen ist aber nicht hierarchisch strukturiert, sondern situationsabhängig relevant oder irrelevant.“ (Ulrich Klotz

Beispiele für andere Formen der Zusammenarbeit sind da, die eine von gegenseitiger Wertschätzung, Respekt und Toleranz geprägte Arbeitskultur aufzeigen. Sie haben es jedoch schwer, neben den dominierenden „innovationsfeindlichen Kommandostrukturen der Industriegesellschaft“ aufzublühen und Veränderungen herbeizuführen.

„In der neuen Gesellschaft wird nicht nur Arbeit neu definiert. Auch das Bild des Menschen wandelt sich. Wenn Menschen nicht mehr wie Maschinenteile arbeiten müssen, dann zählt das, was uns von Maschinen unterscheidet: Kreativität, Emotionen und Intuition.“ (Ulrich Klotz

So wie Social Media in der Entwicklung der Online-Technologie stärker den Mensch in den Fokus rückte, so geschieht dies auch als Mitarbeiter. Die Möglichkeiten sind da: Es liegt an uns sie zu ergreifen und auszugestalten.

Informationen zu Ulrich Klotz

Zitate aus Computerwoche: Arbeit ohne festen Arbeitsplatz

(Foto: DoSchu)

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